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Bine
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Anmeldungsdatum: 15.06.2006
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BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 01:20    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
meine Reitlehrerin hat sich ein 3 Jahres altes Muli mit eime Welsh Pony gekauft und beide sind noch nicht eingeritten, das Pferd macht keine Probleme, aber wir wissen leider nicht wie wir mit dem Muli umgehen sollen und wie viel anderst die Ausbildung bei ihnen ist. Bei uns in der Gegen kenn wir leider niemand der ein Esel oder Muli hat, der uns weiter helfen könnte. Hab zwar ein bisschen was im Internet gelesen, aber es wär schön von jemanden mit Erfahrung Tips zu bekommen.

Bye...
...Bine
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Beate
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Anmeldungsdatum: 26.02.2004
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BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 13:31    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Bine,
zuerst mal ein "herzliches Willkommen" hier im Muli-Forum! Lächeln
Als generellen Leitsatz im Umgang mit Maultieren finde ich einen Ausspruch meines Trainers als sehr passend: "Du MUßT mit einem Maultier umgehen, wie Du mit einem Pferd umgehen SOLLTEST!"
Dies sagt schon aus, daß es im Prinzip keinen Unterschied im Umgang zwischen Pferd und Maultier gibt - solange dieser korrekt, geradlinig, geduldig, ideenreich, ohne Zwang und Druck ist. Ein Maultier braucht generell länger, um etwas zu "verinnerlichen"; oftmals werden Dinge schneller "kapiert", aber verinnerlicht ist es deswegen noch lange nicht.
Nun zu Deinem/Eurem speziellen Fall. Eigentlich finde ich es zu früh, ein 3jähriges Maultier anzureiten; sicher kommt es immer auf das einzelne Tier an, aber da Maultiere Spätentwickler sind, und auch wesentlich älter als Pferde werden, würde ich hier auch später mit der eigentlichen "Arbeit" beginnen.
Inwiefern macht Euch das Muli denn Probleme? Wenn Du die Problematik genauer beschreibst, können Dir hier auch sicherlich Tips gegeben werden.
Viele Grüße von
Beate


[Editiert durch Beate ein Donnerstag, Juni 15, 2006 @ 13:33]

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Bine
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Anmeldungsdatum: 15.06.2006
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BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 18:02    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Beate,
als erstes mal Danke das du dich so schnell gemeldet hast und das du uns Tips geben möchtest. Lächeln
Wir wussten nicht das Maultiere Spätentwickler sind und länger leben als Pferde. Wir haben eingentlich keine Ahnung von Maultieren und hab dies mit einem Pony vom Händler gekauft. Wir versuche gerade beide einzureiten und sehen im vergleich das es mit dem Maultier schwieriger geht ist. Aber es ist auf vom Wesen her anderst als das Pony und man kann die zwei nicht so wircklich vergleichen, glaub ich. Wir denken es hat in seinem jungen Leben schon schlechte Erfahrungen machen müssen, weil es am Anfang selbst vor dem Futtereimer Angst hatte und jetzt immer noch beim Ausmisten vor dem Bese oder anderen Gegenständen Angst hat. Die zwei sind in eine beide Wallache und sind ich eine Wallachherde von 3 Isländer hineingekommen, wir haben Offenstallhaltung mit sehr viel Platz zum ausweichen.
Wir haben heute einen Sattel aufgelegt, festgemacht und laufen lass im Zirkel. Aber der Sattel rutscht nach vorne darf man einen Schweifriemen benutzen?
Wir möchten nichts falsch machen, deswegen können viele fragen von meiner Seite kommen. Ich hoff es ist ok für dich.
Grüß Bine
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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 15.06.2006, 23:17    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Bine,

das wesentliche hat Beate schon geschrieben. Wenn sie sagt, dass Muli Kapiert schneller, brauch aber länger etws zu verinnerlichen, möchte ich nach deinem zweiten Beitrag mit dem Hinweis auf schlechte Erfahrung noch einen anderen Aspekt anbringen.
Was Mulis einmal erfahren/gelernt haben vergessen sie nicht wieder.
Dann ist es nicht das Verinnerlichen, im Sinne von Begreifen, dann ist es ihr Misstrauen, dass ihr nur durch konsequentes und beständiges Vorgehen abbauen könnt. Und trotzdem kommen die alten Ängste immer wieder hoch.
Dann heisst es wieder weich und neu ansetzen.

Lernt euer Muli kennen. Beobachtet es genau.
Dazu müsst ihr viele einzelne Schritte tun. Diese müssen logisch aufeinander aufbauen. Versucht nicht abzukürzen. Ein vermeindlicher Erfolg kann dazu führen, dass ihr einen entscheidenden Schritt verpasst und ihr den Einstieg schwer findet.

Ich selber habe meine Erfahrungen mit einer Maultierstute, die zum einen in ihrer Vergangenheit schlechte ERfahrungen gemacht hat und dann noch hormonellen Schwankungen unterliegt.

Euer Maultierwallach ist noch jung. Nehmt euch viel Zeit bevor ihr ihn anreitet.

Das Problem mit dem Sattelkönnt ihr getrost zurückstellen. Mit drei Jahren ist er nach meiner Auffassung noch viel zu jung um ihn mit Sattel zu arbeiten. Wenn der Sattel nacxh vorne rutscgt liegt es in dem Alter daran, dass die Schulter und Rückenpartie noch garnicht richtig entwickelt ist. Überhaupt ist so ein Muli erst mit sechs bis sieben Jahren ausgewachsen.
Es hängt von Eurer Konstitution ab wann ihr ihn anreitet.
1/6 bis 1/5 Muligewicht sollte euer Gewicht nicht übersteigen. Das Sattelgewicht ist dabei unwesentlich.
Wollt ihr ihn früher anreiten verwirrt dann solltet ihr deutlich weniger wiegen und ihn durch kurze Einheiten langsam an das Gewicht gewöhnen.

Vor dem steht aber, dass Arbeiten am Boden. Macht Eure eigenen Erfahrungen und gberuft euch nicht auf das was man euch über ihn gesagt hat.

Ich arbeite mit Rafaela nah an dem System von Parelli. Damit ergibt sich ein Aufbau. Es ist aber keine Bedienungsanleitung sondern erfordert viel Kreativität und auch Selbstkritik.
Alles was das Muli tut hat für ihn einen Sinn und wird von eurem Handeln ausgelöst. Da kann schon das Rausstreichen der Haare aus dem Gesicht eine Bedrohung sein der es Ausweichen möchte.

Mulis sind so speziell und so eine Bereicherung wenn man sich selber nicht so wichtig nimmt.
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Bine
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BeitragVerfasst am: 16.06.2006, 21:21    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Caprivi,

ich hab heute meine Reitlehrerin angerufen und wir haben uns darüber beraten was du und Beate zu mir gesagt hast und wir haben beschlossen mit dem reiten noch zu warten und Bodenarbeit zu machen und das vertrauen des Mulis zu bekommen, den Sattel legen wir hab und zu noch auf, damit er sich daran gewohnen kann und mehr das wir nichts schlimmes von ihme wollen. Wir lassen uns jetzt Zeit mit allem und warten erst mal ab wie er sich so in der Herde gibt und integriert, Vertrauen zu uns gefasst hat das wir ihm nichts böses wollen und dann auch etwas offener wird. Wir haben mal vor spazieren mit ihm zu gehn das er alles mal sehn kann und sich an die Umgebung gewöhnen kann.
Ich möcht mich nochmal bedanken das ihr mir so viele Tips gebt und wir werden es versuchen alle zu berücksichtigen und hoffe es werden nicht so schnell neue Problem auftauchen. Wir werden erst mal nur versuchen das Vertrauen zu gewinnen und hin an die neue Umgebung zu gewöhnen.
Grüß
Bine
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Beate
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BeitragVerfasst am: 16.06.2006, 23:12    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Bine,
es freut mich sehr, daß Du Dir/Ihr Euch die hier gegebenen Ratschläge zu Herzen nehmt und dem Jungspund einfach Zeit gebt.
Bodenarbeit ist DER Einstieg in die Beschäftigung mit dem Tier. So kann es spielerisch lernen, daß es dem Menschen vertrauen und ihm ohne Bedenken folgen kann. Auch kann das Tier auf diese Art an ungewohnte und "schreckliche" Dinge gewöhnt werden, und ein weiteres Argument ist die Kommunikation per Körpersprache, mit der so schön "gearbeitet" werden kann. Und die Grunderziehung ergibt sich dann fast schon automatisch.
Wegen dem rutschenden Sattel: Viele Maultiere (wahrscheinlich auch Eurer) haben einen sehr geraden Rücken mit kaum erkennbarem Widerrist und schmalen Schultern. Somit ergibt es sich, daß der Sattel die Tendenz hat, nach vorne zu rutschen. Ich selbst kämpfe auch gerade mit diesem Problem bei meiner Jungstute. Einen Schweifriemen würde ich auf keinen Fall verwenden, da dann - wenn der Sattel nach vorne zieht - das ganze Gewicht (einschließlich Reitergewicht) an der Schweifrübe hängt. Dies ist für ein ausgebildetes Tier mit Sicherheit weder angenehm noch gesund, und für ein junges, sich in der Ausbildung befindliches Tier, im geringsten Falle "irritierend". Eine wesentlich bessere Lösung ist dann ein Hinterzeug, wie es oftmals bei Packsätteln oder auch bei Fahrgeschirren vorkommt. Dies ist eine Art "Umhang", wobei der Druck des nach vorne rutschenden Sattels mit der kompletten Hinterhand abgefangen wird. Aber auch diese Möglichkeit sehe ich bei einem einzureitenden Tier sehr kritisch. Ich selbst experimentiere im Moment mit einem Sattelpad, das ich im vorderen Bereich aufgedoppelt (verstärkt) habe. Nun hoffe ich, daß nicht der komplette Kladderadatsch incl. Pad nach vorne rutscht.
Wenn Du bzw. Ihr noch weitere Fragen habt, meldet Euch bitte. Du siehst, es gibt hier einige Maultierbesitzer, die Dir/Euch gerne zur Seite stehen.
Viele Grüße
Beate
PS: Bezügl. Bodenarbeit: Am 24./25. Juni findet bei uns ein Bodenarbeitskurs für Maultiere statt. Ein Teilnehmerplatz ist nicht mehr frei, aber vielleicht hast Du/Ihr Lust, zum Zuschauen vorbei zu kommen? Sooo arg weit weg wohnst Du ja nicht von mir...


[Editiert durch Beate ein Freitag, Juni 16, 2006 @ 23:15]

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Bine
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BeitragVerfasst am: 18.06.2006, 11:58    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Beate,
wir haben jetzt beschlossen, dass wir erst mal noch ne Woche warten, da er doch sehr schmal vorne an der Schulter ist und erst mal etwas zulegen soll und dann werden wir es nochmal mit dem Sattel probieren, wir haben ein Gelpad von einem anderen Pfred und werden es mal damit versuchen, vielleicht wird es dann besser. Wenn wir noch fragen haben werd ich es natürlich wieder schreiben uns ist es wichtig das wir nichts falsch machen mit dem Tier und wollen die sachen in ruhe und richtig angehn.
Danke für das Angebot für den 24./25. Juni aber ich werde leider nicht kommen können, da ich Leiterin auf einer Wochenendfreizeit bin und das ganze Wochenende nicht da sein werden, aber ich kann ja mal meine Reitlehrerin fragen ob sie vielleicht Zeit und lust hat da hinzukommen. Es kommt bestimmt wieder einmal ein Kurs dann können wir ja mal schauen ob wir da Zeit haben.
Gruß
Bine
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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 18.06.2006, 21:44    Titel:   Antworten mit Zitat

Auch ich habe das Problem mit dem rutschenden Sattel.
Ähnlich wie Beate, haben wir das Pad aufgedoppelt. Zum nächsten Kurs mit Walter in zwei Wochen werden wir das Ergebniss begutachten.

Es handelt sich um ein Pad von Continental, das im Pad zwei 6cm dicke ungepresste Filzeinlagen hat. Im Schulterbereich wurde jetzt noch eine dritte Filzeinlage eingearbeitet.

Aber ich verstehe nicht, dass ihr mit dem Sattel so bald auf das Muli wollt, denn es ist noch nicht annähernd in der körperlichen Verfassung, dass ihr ein reeles Ergebniss bekommt, es ist noch nicht ausgewachsen, und meiner Meinung nach ist das Tier noch viel zu jung um gestartet zu werden.
Ihr solltet besser die Zeit investieren und das Muli solide vorzubereiten. Jeden Fehler, den ihr jetzt macht, korrigiert ihr mit dem doppelten und dreifachen Aufwand.
Mulis und Pferde sind da zwei Welten und ihr Vertrauen muss man sich verdienen.

Als ich seiner Zeit Adrian Heinen um Rat fragte, antwortete er das Muli grundsätlich wie Problemtiere zu betrachten sind,so anspruchsvoll, und ich mein Geld besser in die Erweiterung meines Könnens stecken solle. Diese Nachricht erhielt ich eine Woche nachdem ich mein Maultier bekommen habe. Aber ich verstehe seine Nachricht jeden Tag an dem ich mit Rafaela arbeite, und bekomme immer meine Resonanz wenn ich versuche schneller die Anforderungen zu steigern als wir schon sind.

Wie Beate schon zitierte:

Mulis muss man behandeln
wie man Pferde behandeln sollte.
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Bine
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BeitragVerfasst am: 19.06.2006, 22:57    Titel:   Antworten mit Zitat

Des mit dem Sattel haben sie etwas falsch verstanden glaub ich. Ich meinte damit das wir ihn erst mind. eine Woche lang ihn ganz in ruhe lass, da er einfach noch sehr ängstlich ist und sehr leicht erschrecken kann und nur mal die Ruhe reinbringen beim putzen und Hufe geben, da er da immer noch sehr nervös ist. Des mit dem weile warten is nicht auf eine oder zwei Wochen auszulegen sondern eher auf mehrere Monate mindestens, aber nach dieser Zeit oder etwas wärend der Zeit immer wieder mal den Sattel auflegen, damit er verstehen lernt, dass der Sattel nichts "böses" ist und ihm nicht schaden soll, dass er einfach ruhiger und gelassener wird beim auflegen und es nicht als stress empfindet. Ich hoffe sie können mir ungefähr folgen wie wir es vor haben.

Wir haben es nicht eilig mit dem Muli, im Gegenteil wir wollen uns viel Zeit mit ihm lassen, da wir ja noch Ponys zu versorgen haben und mit dem Muli wircklich nur Vertrauens und Bodenarbeit machen.
Und eins möcht ich noch sagen, wir behandeln das Muli wie man Pferde behandeln sollte, da wir unser Ponys so behandeln wie es vielleicht nicht jederman es macht. Wir sind sehr bemüht darum das es den Tieren allen gut geht und sie Vertrauen zu uns haben oder es aufbauen bei neuen Tieren. Wir versuchen alles auf der Vertrauensbasis zu machen und nichts zu erzwingen, die Tiere bekommen die Zeit die sie brauchen um z. B. den Sattel oder die Trense zu akzeptieren.
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Caprivi
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BeitragVerfasst am: 21.06.2006, 21:53    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Bine,
es ist erfreulich, dass ihr mit einer so guten Einstellungen an die Tiere geht und der Vertrauensbasis so viel Bedeutung beimesst.

Ich sehe jedoch heute und auch inden nächsten Wochen keinen Sinn darin das Maultier an Sattel und Trense zu gewöhnen.

Das Maultier ist von seiner körperlich frühestens in zwei Jahren soweit gestartet zu werden. Und dann sollte man es zuerst an den Menschen gewöhnen der sich auf seinenm Rücken aufhalten möchte, dann an den Sattel und dann erst kommt das Aufsteigen.

Wenn ihr zu früh einen unpassenden Sattel auflegt, so rutscht dieser nach vorne und blockiert das Tier in der Schulter, was wiederum zu gegenreaktionen führt und ihr erreicht eher das Gegenteil.

Das Tier an eine Trense zu gewöhnen lehne ich grundsätzlich ab.
Bevor das Tier mit einer Trense geritten wird sollte der Reiter in der Lage sein, dass Tier gebisslos zu reiten. Wenn er das sicher beherscht, kann er Anfangen zur Verfeinerung der Hilfengebung Gebisse einzusetzen.
Da empfehle ich einen Kurs bei Walter Weber-Mayer, der sehr eindrucksvoll über den Aufbau des Reitens vom Bosal zum Hackemore unterrichtet.
Egal wie lange man ein Tier an die Trense gewöhnt, in dem Moment in dem man beginnt dem Tier mit der Trense Schmerzen zuzufügen wird es sein Verhalten gegenüber der Trense entwickeln.

Der Rat, sich Zeit zu nehmen beinhaltet auch, dass alles zu seiner Zeit zur Anwendung kommt und es einen Zusammenhang gibt.

Besuche doch mal einen Workshop bei Beate Merz über den Umgang mit Maultieren.



[Editiert durch Caprivi ein Mittwoch, Juni 21, 2006 @ 21:57]
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Beate
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Anmeldungsdatum: 26.02.2004
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BeitragVerfasst am: 22.06.2006, 11:03    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo,
@ Holger: Hmm, leider kann ich Dir nicht in allen Ausführungen zupflichten.
Ich denke, jeder hat so seine eigene Art, ein Tier auf das Reiten vorzubereiten, und je nach Mensch, je nach Reitstil und möglichst auch je nach Tier differiert diese Art schonmal von der eigenen Einstellung.
Bezüglich der Sache mit dem Sattel stimme ich Dir zu: Es ist nicht gut (gelinde gesagt), ein Tier an einen unpassenden bzw. rutschenden Sattel zu gewöhnen. Da würde ich eher zu einem Pad mit Deckengurt neigen, um dem Tier beizubringen, daß etwas auf dem Rücken liegt, und dies auch noch "festgeschnallt" wird.
Ein Jungtier an eine Trense zu gewöhnen lehne ich persönlich NICHT ab. Auch meine kleine Naomi bekommt ab und an eine Trense angezogen - dann allerdings ohne Zügel, denn ich ziehe dann ein Halfter drüber und arbeite mit ihr "per Halfter". So hat sie die Möglichkeit, sich an das Gebiß zu gewöhnen und es sich im Maul passend zurecht zu legen, ohne Einfluß von außen.
Bezüglich des Reiten-lernens bei WWM: Der Ausbildungsgang ist von der klassischen Hackamore ins Bosal - nicht umgekehrt! Die Hackamore ist das "dickere Teil", das Bosal das dünnere; und der Weg führt immer von "dick zu dünn" und von "weit zu eng". Allerdings würde ich diesen Weg nicht einfach so propagieren und so in den Raum stellen. Walter - als Verfechter des Californischen Westernreitens - erwähnt (zumindest mir gegenüber) immer wieder, daß jeder, der diesen langen Weg (Hackamore > Bosal > Tworeins > Bridle) gehen möchte, immer das Endziel, das im Bit (Kandarre) gerittene Tier vor Augen haben sollte. Er lehnt es ab, das Reiten in der Hackamore/Bosal als "schöngeistige Übung" ohne die Folgezäumungen zu sehen, denn das Bosal ist schon immer eine Ausbildungszäumung auf dem Weg zum fertig ausgebildeten Tier. Wer diesen Weg nicht gehen möchte, hat die Möglichkeit, unter seiner Anleitung ein Tier im Knotenhalfter oder Rope-Bosal zu starten mit anschließender Umstellung auf das Snaffle-Bit (oder Billy-Allen oder einfache Stange). Je nach Veranlagung von Tier und Mensch könnte dann als Folgezäumung ein Shank-Bit kommen.
@ Bine: Ja, laßt Euch "alle Zeit der Welt", um das Vertrauen des Mulis zu bekommen. Zuerst muß er Euch als Menschen vertrauen, bevor ihr ihn mit so "furchterregenden Dingen" wie einem Sattel oder einer Trense konfrontiert. Stets freundlich, ihm immer wieder interessante Dinge anbieten (wobei es ihm überlassen sein sollte, ob er sich drauf einläßt), versuchen eine gemeinsame "Sprache" zu finden - all' dies sind Dinge, die das Vertrauen zu Euch bestärken können.
Wie ich oben für Holger bereits geschrieben hatte, würde ich in der Anfangszeit anstatt des rutschenden und evtl. unpassenden Sattels, lieber ein Pad mit Deckengurt benutzen.
Aus Deinen Ausführungen schließe ich, daß Ihr "konventionelle" - also Englischreiter seid (?). Hier ist es üblich, ein Tier mit Trense anzureiten. Allerdings haben sehr viele Maultiere, die ich kenne (einschl. meinen eigenen) ein "Maulproblem". Viele werden deshalb gebißlos geritten. Evtl. kommen auch bei einem 3- bis 4-jährigen noch Zahnprobleme dazu. Sollte er (aus welchem Grund auch immer) ein Gebiß ablehnen, würde ich Euch zu einem Side-Pull raten. Dies ist ein guter gebißloser Ersatz für die Wassertrense; vor allem hat man hier noch die gewohnte seitliche Einwirkung. Wenn Ihr denn am "Lenken" arbeitet - egal ob mit Gebiß oder Side-Pull, so tut dies am Anfang sehr vorsichtig. Ein Maultier neigt wesentlich mehr als ein Pferd dazu, bei Druck mit Gegendruck zu antworten. Es kann denn gut sein, daß Ihr einen Impuls für "rechts" gebt, und Euer Muli dagegen geht und mit "links" antwortet. Daher solltet Ihr gleich bei dem geringsten Ansatz in die richtige Richtung ausführlichst loben. So wird der Kleine motiviert, und es wird ihm "die richtige Antwort" von Grunde auf beigebracht.
Nun wünsche ich Euch viel Erfolg, und würde mich freuen, wieder von Dir (Euch) und dem Kleinen zu hören.
Gruß
Beate

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BeitragVerfasst am: 22.06.2006, 22:08    Titel:   Antworten mit Zitat

Hallo Beate,
danke für die Erläuterungen zu den Gebissen.Bei der Beschreibung von Walters Gebissexkurs hatte ich mit der Hackamore die mechanische Variante vor Augen gehabt. Leider werden hier die Begriffe nicht eindeutig angewandt.
Der Einsatz eines Gebisses unter Ausbildungshalfter und damit ohne Einwirkung von aussen ist natürlich eine Möglichkeit. Leider sieht man es auch anderst, und es wird versucht die Tiere über das Gebiss zu kontrollieren. Den Verdacht hatte ich bei Bine jedoch nicht.

Für das Gewöhnen an den Druck in der Sattellage eignet sich auch ein Voltegiergurt. An dem kann man sich im fortgeschrittenen Stadium auch mal hochziehen bis hin zur Bauchlage über den Rücken.


[Editiert durch Caprivi ein Samstag, Juni 24, 2006 @ 09:20]
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BeitragVerfasst am: 24.06.2006, 09:32    Titel:   Antworten mit Zitat

Wie wichtig der richtige Sitz des Sattels auch ohne Reiter ist habe ich gestern Abend erfahren. Mein Sattel rutschte immer nach vorne und auf Walters Anregung habe ich ein neues Pad mit aufgepolsterten Vorderteil. In dem Pad befinden sich zwei 30 mm dicke, ungepresste Filzdecken, gesammt also 60 mmm. Im Vorderbereich wurde eine dritte Lage von ebenfalls 30 mm eingearbeitet.
Das hört sich viel an, aber der Filz drückt sich unter dem Sattel stark zusammen.
Mit diesem Pad blieb der Sattel deutlich weiter hinten liegen und macht auch keine so gewalltigen Eigenbewegungen mehr. Rafaela ging so am Boden ausgeglichener.
Auch im Sattel hatte ich ein viel besseres Sitzgefühl.
Ich saß tiefer im Sattel und insgesammt ca. 10 cm weiter hinten.
Für mich entstand der Eindruck, dass Rafaela mit dieser Sattellage auch besser zurecht kam. Ich bin mal auf Walters Einschätzung gespannt.
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Bine
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 21:41    Titel:   Antworten mit Zitat

Ich arbeite gerade glaub mit einer Ausbildungshalft, bin mir aber nicht mehr ganz sicher ob des auch so heißt, hat auf jeden fall kein Gebiss oder so. Des mit dem Sattel und so haben wir weit nach hinten verlegt...hat jetzt schon seit langem keinen mehr drauf gehabt und mit der Trense ist es genauso. Ich arbeite mit ihm nur am Boden und an seinem Vertrauen um ihn ein bisschen zu lockern. War heute am Stall und mich hat es echt schockiert als er auf einmal das normale Halfter nicht wollte und weggelaufen ist...Mit geduld und Zeit hat er es dann doch geschaft als er es an einem anderen Tier gesehn hat und es lange genung betrachten dürfte, ohne Gewalt, Zwang oder Ecktig. Ich hoffe des war kein Fehler von mir...
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BeitragVerfasst am: 27.06.2006, 20:53    Titel:   Antworten mit Zitat

Das hört sich doch nicht verkehrt an, aber stell dich darauf ein, dass er immer wieder vor dem Aufziehen des Halfters zurück zieht. Dann musst du immer mit der gleichen Geduld usw. vorgehen und ihn so davon überzeugen, dass ihr es ernst meint. Vergesst ihr das einmal und meint jetzt müsse er es doch können und versucht es mit Druck, wird er sich in seiner Vorsicht bestätigt fühlen und ihr könnt von vorne anfangen.
Mulis sind so misstrauisch.


[Editiert durch Caprivi ein Dienstag, Juni 27, 2006 @ 20:54]
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