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helga
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BeitragVerfasst am: 12.04.2012, 22:06    Titel:   Antworten mit Zitat

bitte, bitte:
kann nicht ein autorisierter und versierter netter mensch den schreib/tippfehler in der ueberschrift korrigieren?
Macht sich doch besser:....... Geduld.... Großes Lächeln ach, vielen dank!

helga

_________________
Schon das Aeussere des Tieres hat etwas an sich, das dem Inneren des Menschen gut tut.
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HannoPilartz
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BeitragVerfasst am: 13.04.2012, 08:22    Titel:   Antworten mit Zitat

Mag sein, dass Parelli unter den Pferdegurus der berühmte Einäugige unter den Blinden ist.....

Aber man kommt mit Equiden halt nicht so gut klar, wenn man Gurus hinterher läuft.
Und zwar ganz einfach deshalb, weil die Tiere von uns erwarten, dass wir selbst Führungsqualitäten entwickeln.

Nebenbei reicht ein kurzer Blick auf die Internet-Präsenz von Parelli, um leicht zu erkennen, dass man ein sehr gut gefülltes Bankkonto braucht, um dort glücklich zu werden.
Es gibt jede Menge tolle Sachen, halt gegen reichlich Bares....

M.E. geht es aber auch fast ohne oder zumindest mit sehr wenig Geld, ein Besuch in der Stadtbücherei, das Lesen des dort entliehenen Buches und ein paar spannende Nachmittage mit den eigenen Tieren, das ist alles fast umsonst, und oft viel nutzbringender als ein Parelli-Wochenend-Kurs bei einem Level-10-Instruktor....

Grundsätzlich muss man sich im Leben dauernd entscheiden, ob das Haben wichtiger ist als das Sein, oder doch lieber umgekehrt.
Bei Parelli steht mir das Haben etwas zu sehr im Vordergrund.....

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Trouble rides a fast horse; Forgiveness rides a mule
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ninjo
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BeitragVerfasst am: 13.04.2012, 10:36    Titel:   Antworten mit Zitat

offtopic:
helga hat Folgendes geschrieben:
bitte, bitte:
kann nicht ein autorisierter und versierter netter mensch den schreib/tippfehler in der ueberschrift korrigieren?
Macht sich doch besser:....... Geduld.... Großes Lächeln ach, vielen dank!
helga


helga, du sprichst mir aus der seele, ich quäle mich nicht nur mit der gedulT, dabei gibt es doch unten rechts neben dem text schon seit langer zeit den icon mit dem duden.
ob es daran liegt, dass ich viele viele jahre texte korrektur gelesen hab, oder ich einfach durch den damaligen job so geprägt wurde... keine ahnung, aber es schmerzt 00009153
ps.: ich kann die gedulT leider nicht ändern, da muss wohl ein admin ran...


gruß
jo
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sancho
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BeitragVerfasst am: 13.04.2012, 11:07    Titel:   Antworten mit Zitat

OT-HIHI,
Aslo die Rchetshcreibnug vreleirt an Wchitigeikt, wnen mna die Wrote knent- Gedult fnide ihc kreitav! - Blinzeln ist mindestens genauso kreativ, wie auf die Unterscheidung von Groß- und Kleinschreibung zu verzichten Blinzeln
Ausserdem, Geduld geht auf das urgermanische Verbalabstraktum ga-thuldis zurück; müsste also richtig lauten GETULD Großes Lächeln !

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Umlasten und verschieben von Gewicht, mehr ist Reiten nicht! Gib der Bewegung eine Chance und finde die Balance! © P.R.
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Gast 2015
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BeitragVerfasst am: 13.04.2012, 12:56    Titel:   Antworten mit Zitat

Dann heißt es eben : Mit viel Geduld.
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roschels
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BeitragVerfasst am: 15.04.2012, 08:16    Titel:   Antworten mit Zitat

Falsche Rechtschreibung in der immer wiederkehrenden Überschrift stört, ja!
Aber viel unangenehmer finde ich widersinnige Überschriften Bangheae , die ja auch immer wiederkehren. So zum Beispiel: "Jetzt geht es der Erziehung an den Kragen!"
Direkt im ersten Beitrag wird erkennbar, daß sie unter Zuhilfenahme von Erziehungsmitteln an dem Verhalten ihres Mulis etwas ändern möchte. Da ist die Überschrift so verkehrt, daß ich mir ein lautes Grunzen beim Lesen nicht verkneifen kann...
Mir passieren auch mal Rechtschreibfehler und nicht jeder geschriebene Satz hört sich professionell an. Ich wollte jetzt nicht suggerieren, daß jemand, der nicht mindestens Deutsch als Leistungskurs hatte, sich nicht mehr wagen sollte, hier im Forum Beiträge zu schreiben.
Aber meistens ist es klug, erst zu denken und dann zu schreiben!
Kirsten
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luna
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BeitragVerfasst am: 07.05.2012, 12:59    Titel:   Antworten mit Zitat

HannoPilartz hat Folgendes geschrieben:
Mag sein, dass Parelli unter den Pferdegurus der berühmte Einäugige unter den Blinden ist.....

Aber man kommt mit Equiden halt nicht so gut klar, wenn man Gurus hinterher läuft.
Und zwar ganz einfach deshalb, weil die Tiere von uns erwarten, dass wir selbst Führungsqualitäten entwickeln.

Nebenbei reicht ein kurzer Blick auf die Internet-Präsenz von Parelli, um leicht zu erkennen, dass man ein sehr gut gefülltes Bankkonto braucht, um dort glücklich zu werden.
Es gibt jede Menge tolle Sachen, halt gegen reichlich Bares....

M.E. geht es aber auch fast ohne oder zumindest mit sehr wenig Geld, ein Besuch in der Stadtbücherei, das Lesen des dort entliehenen Buches und ein paar spannende Nachmittage mit den eigenen Tieren, das ist alles fast umsonst, und oft viel nutzbringender als ein Parelli-Wochenend-Kurs bei einem Level-10-Instruktor....

Grundsätzlich muss man sich im Leben dauernd entscheiden, ob das Haben wichtiger ist als das Sein, oder doch lieber umgekehrt.
Bei Parelli steht mir das Haben etwas zu sehr im Vordergrund.....


und bei Pilartz steht mir das Recht-Haben manchmal etwas zu sehr im Vordergrund. Großes Lächeln Zunge rausstrecken
Ich kann nämlich wirklich nicht nur von Pferden/Mulis sondern auch von Menschen horsemenship lernen. Und auch von Videos dieser Menschen. So wie Du von Büchern aus der Bücherei - falls Du sie nicht nur zum reinen Zeitvertreib liest, um DANACH von den einzigen Lehrern, den Pferden, zu lernen. Augen rollen (sarkastisch)
Und wenn man sich mit ein paar andern motivierten Equiden-Fans zusammentut und sich gegenseitig DVDs und Bücher leit ist das mit dem Bankkonto auch auf einmal garnicht so problematisch wie es sich manch einer vielleicht vorstellt.Zudem gibt es bei Parelli auch manchmal Sonderangebote und bei ebay Parelli-Sachen...
Aber was der Pilartz nicht kennt (und davon bin ich überzeugt, zumindest nicht die "Level-DVD-Pakete" oder "liberty and horse behavior") mag er nicht! Satanloo - so ist es halt nunmal
PS: Parelli ist nicht mein Guru Anbet und ich renne ihm auch nicht hinterher - aber ich kann es einfach nicht so gut haben, wenn jemand etwas von dessen Nutzen für mich und möglichem Nutzen für andere ich überzeugt bin so dermaßen schlecht redet - einfach nur, weil damit Geld gemacht wird. Das nervt! Wenn Du ernsthaft drüber diskutieren möchtest guck es dir doch einfach erstmal an! Es gibt bestimmt einen netten Menschen in Deinem näheren oder entfernteren Bekanntenkreis der es Dir mal ausleihen würde. Ach ja, und auch beim Schauen von Lehr-DVDs gilt (genau wie beim Umgang mit Pferden): Lernen ist dann am besten möglich, wenn man OFFEN - also ohne Vorurteile - hinschaut. Cool
Wenn es Dir dann immer noch nicht gefällt, kannst Du auch begründen warum, außer dass es "Scheiße ist, weil Geldmacherei". Und vielleicht kannst Du dann trotzdem akzeptieren, dass es Menschen gibt, die mit dem System positive Erfahrungen machen und dass es einen Nicht-Hanno-Pilartz durchaus weiter bringen kann...
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HannoPilartz
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BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 12:24    Titel:   Antworten mit Zitat

Och, Christine....
Ich habe den guten Pat mehrfach getroffen, schon bei den Giesekes und in Reken noch in den Neunzigern.
Zwei seiner Bücher las ich, von Holger erhielt ich mal Audio-Cassetten geschenkt, und von seinen Filmen/Lehr-DVDs kenne ich drei.....
Meine Meinung über ihn basiert daher nicht unbedingt auf Vorurteilen.....

Du magst Deine Meinung über mich gerne so halten wie Du möchtest, aber es ist oft so, dass Leute wie Parelli von ihren Anhängern sehr aggressiv gegen "Zweifler" verteidigt werden.
Spricht m. E. nicht für sie....

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luna
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BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 14:24    Titel:   Antworten mit Zitat

HannoPilartz hat Folgendes geschrieben:

Mein alter Lehrmeister Tom Dorrance war m.E. durchaus zu Recht der Meinung, dass Systeme wie das von Parelli die Menschen davon abhalten, selbst zu denken, und das Selberdenken und Fühlen zu erlernen.


Wenn Du Dich mit dem "Parelli-System" beschäftigt hast, verstehe ich wirklich nicht, wie Du beispielsweise zu solchen Überzeugungen kommst! Im Parelli-Level 2 geht es in aller erster Linie, ein "independend learner", also ein (vom Lehrer und System) unabhängiger Lernender zu werden und sein kreatives Denken zu aktivieren. Und es wird viel input dazu geliefert, wie man genau das macht, im übrigen nicht nur auf's horsemanship bezogen, sondern ganz allgemein. Und im ganzen Programm wird immer wieder darauf hingewiesen, dass das entscheidende das feedback des Tieres ist und wie man es liest. Das passt irgendwie so garnicht zu dem, wie Du (oder von mir aus auch dein alter Lehrmeister Tom Dorrance) PNH darstellst! Ich habe echt den Eindruck, dass wir komplett verschiedene Parelli-Programme kennen gelernt haben verwirrt

HannoPilartz hat Folgendes geschrieben:
aber es ist oft so, dass Leute wie Parelli von ihren Anhängern sehr aggressiv gegen "Zweifler" verteidigt werden.
Spricht m. E. nicht für sie....
dazu fällt mir nur ein: Wie man in den Wald ruf, schallt es hinaus Großes Lächeln - vielleicht hat es ja ein ganz klein wenig mit der Art, wie diese Zweifel geäußert werden zu tun - nur so ne ganz vage Überlegung Blinzeln
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Gast87
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BeitragVerfasst am: 08.05.2012, 16:04    Titel:   Antworten mit Zitat

gelöscht
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HannoPilartz
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BeitragVerfasst am: 09.05.2012, 10:53    Titel:   Antworten mit Zitat

Parelli ist schon sehr "wort-gewaltig"....
Mag sein, dass dies bei ausgesprochenen "Kopf-Menschen" gut ankommt.

Aber bei Equiden helfen Dir "Sprüche" wenig.

Wie schrieb Verlyn Klinkenborg so nett?
"You can talk and listen to horses all you want, and what you will learn, if you pay close attention, is that they live on open ground way beyond language and that language, no matter how you characterize it, is a poor trope for what horses understand about themselves and about humans."
(Sinngemäß: "Sie können soviel mit Ihrem Pferd reden wie Sie wollen – oder ihm zuhören, was Sie lernen werden – wenn Sie genau aufpassen – ist, dass dies ein Lebewesen der Weite ist, weit jenseits von Sprache. Sprache, was auch immer man darunter versteht, ist ein armseliges Mittel, um zu erfassen, wie Pferde sich empfinden – und was sie vom Menschen empfinden.")

Wir hatten vorgestern ein spannendes (und nervenaufreibendes) Erlebnis mit unserem Esel Cäsar. Das zeigte sehr deutlich wie weit jenseits von Sprache Equiden sind....
Wir hatten uns breitschlagen lassen, einen Esel an einem Drehort des aktuellen Edgar-Reitz-Films (der die Heimat-Triologie über das Hunsrück-Dorf Schabbach gemacht hat) zur Verfügung zu stellen.
Den absolut coolen Esel Cedric (unser "Jesus-Esel) wollte der Herr Regisseur nicht, weil zu exotisch, seine Wahl fiel ausgerechnet auf den zwar sehr typischen, aber sehr scheuen und hoch sensiblen Esel Cäsar.
Der geht nur mit "viiiiiiel Gedult" auf den Hänger. Aber wir hatten geübt, und als es am Montag morgen nach Bernkastel an der Mosel gehen sollte, waren beide Esel (Cedric als Begleitung) schwupps im Hänger. Wir hatten den Hänger innen völlig leer gemacht (keine Trennwände oder Stangen), die Esel waren auch nicht angebunden. Diesen Rat hatte uns die Noteselhilfe vor Jahren für einen Eseltransport gegeben, und das klappt - bei vorsichtiger Fahrweise, versteht sich - ganz prima.
Als wir bei Wittlich von der Autobahn fuhren und durch einen Kreisel mussten, sah im im Rückspiegel, wie sich die Schlupftür vorne am Hänger öffnete und der graue Hintern von Cäsar heraus kam. Bevor der Esel der Boden berührte, stand das Gespann, Dagmar war samt Führstrick und Hund aus dem Auto gehechtet, hatte Cäsar am Hacken und die Hängertür wieder zugeschlagen.
Sowas passiert natürlich im dicksten Verkehr, keine Chance, an dieser Stelle den Esel wieder einzuladen.
Immerhin waren rechts und links Wiesen und Felder, und keine Stadt....
Ich musste mit dem Gespann fast einen km fahren, bis rechts ein Feldweg war, wo wir in Ruhe wieder einladen konnten. Leider war mir die Sicht auf Dagmar mit Cäsar durch eine Bahnlinie auf einem hohen Damm versperrt, und die einzige mir ersichtliche Möglichkeit da drunter her zu kommen, war die Unterführung der sehr stark gefahrenen Bundesstr. Kaum eine Chance, da lebend mit einem geführten scheuen Esel durchzukommen.
Also wendete ich das Gespann und fuhr zurück, in heller Panik, weil ich keine Ahnung hatte, wie Dagmar mit Cäsar zurecht kam. Denn die beiden Esel sind normalerweise nicht zu trennen, sie schieben sehr schnell Panik, wenn der Kumpel nicht mehr zu sehen ist....
Auf der anderen Seite des Bahndamms war aber niemand mehr...
Gut 90 Minuten kurvte ich mit dem Gespann und einem recht ungehaltenen Cedric ("Kumpel futsch") im Hänger über diverse Wirtschaftwege durch die Pampa, immer in der Gefahr, mich mit dem Gespann im Matsch oder einer Sackgasse fest zu fahren.
Dann klingelte mein Handy. Dagmar hatte ihres zu Hause gelassen, rief aber nun vom Handy eines Passanten an, um mir mitzuteilen, alles wäre bestens, sie hätte einen Radweg nach Bernkastel gefunden, wären nur 18 km, sie würde das mit Esel und Hund einfach laufen. Ich solle vorfahren, wenn die Esel recht früh am Set gebraucht würden, müsse der werte Herr Regisseur halt mit dem laufenden Flokati zufrieden sein.....
Ich fuhr also mit Cedric nach Bernkastel, konnte mit Sondergenehmigung der Stadt in der Nähe des Drehortes auf einem Busparkplatz das Gespann abstellen, Cedric ausladen, putzen, satteln und packen.
Die Filmleute waren zunächst zufrieden, meinten aber, sie bräuchten uns erst ab ca. 15 Uhr, bis dahin wäre ja vielleicht auch der graue Esel da.
Meine Herzallerliebste hatte mit einem Eintreffen in Bernkastel um ca. 13 Uhr gerechnet.
Ich wanderte mit Cedric also zur großen Freude der Mosel-Touristen am Fluss entlang....
Um kurz nach 13 Uhr von Holländern auf Fahrrädern in gebrochenem Deutsch angesprochen zu werden, die mir einen Zettel überreichten mit einer Nachricht meiner Gattin, die da lautete "Ich brauche Hilfe, komme nicht mehr weiter, aber HIER kommst Du nicht mit dem Auto hin..." Die Holländer konnten mir nur sagen, meine Frau wäre fürchterlich aufgeregt, und hätte was von Auto und Gestürzt erzählt, ob der Esel verletzt wäre, konnten sie nicht sagen. Sie waren so nett und ketteten ihre Räder an und fuhren mit mir - und Cedric wieder abgepackt und abgesattelt im Hänger - um mir zu zeigen, wo sie Dagmar, Cäsar und unseren Hund getroffen hatten.
Nach langem Suchen fanden wir sie knapp 1,5 km vor Bernkastel auf dem Mosel-Radweg, und mit dem Gespann bis dran fahren ging auch....
Niemand war verletzt, aber Cäsar weigerte sich seit gut 45 Minuten, auch nur noch einen Schritt zu tun. Nachdem er fast 17 km brav und fleißig mit gelaufen war....
Verladen ging nicht, viel zu viel Hektik für das sensible Langohr...
Schließlich habe ich Cedric ausgeladen, Dagmar in die Hand gedrückt, den Hund ins Auto gepackt und bin zurück nach Bernkastel, Gespann wieder geparkt, und bin dann Dagmar und den Eseln zusammen mit Monty, dem Hund entgegen gelaufen.
Mitten Bernkastel mussten wir nämlich noch mit zwei Eseln und dem Hund über eine sehr stark befahrene Moselbrücke mit recht schmalem Gehweg....geht besser zu zweit!
Schließlich waren wir mit dem geputzten und gepackten Cäsar pünktlich am Set, der scheue Graue hat heldenhaft mutig bei allen Film-Szenen mitgespielt, und zum Schluss mussten wir unsere Esel quasi zum Hänger zerren, weil sie lieber am Set geblieben wären, wegen der vielen Möhren und der zahllosen Streicheleinheiten.
Das Verladen von Cäsar (Cerdic geht immer sofort) war noch etwas langwierig, weil sehr viele Touris mit vielen Ratschlägen und viel Spott der Zuschauer. Ist nicht so ganz leicht, bei sowas ruhig zu bleiben. Aber nach einer knappen halben Stunde war der Graue drin...

Am Abend haben wir zu Hause den Tag analysiert....
Dagmar wurde klar, dass ihr an der Stelle, wo Cäsar nicht mehr wollte, einfach die Füße höllisch weh taten, Bernkastel war schon fast zu sehen, und ihr Mut zum Weiterlaufen ziemlich auf dem Nullpunkt. Sowas passiert auf anstrengenden Märschen sehr oft kurz vor dem Ziel.
DAS hat Cäsar gespürt, und er wollte jemandem mit so viel Mutlosigkeit einfach nicht mehr folgen...
Hinzu kam, dass Dagmar reichlich Spott von dämlichen Radfahrern ertragen musste, und darob sehr wütend wurde (wir müssen noch abwarten, ob ihr das Beleidigungsklagen einbringt....).
Wütende Menschen kann der Esel Cäsar überhaupt nicht ab, auf jegliche Aggression reagiert er heftig....
Also kein Wunder, dass er nicht mehr wollte.

Da haben wir doch wieder viel von einem scheuen, grauen Esel gelernt.
Und GENAU DAS meinte der alte Tom Dorrance.....

P.S. Bevor Ihr fragt, die Schlupftür des Hängers kriegt morgen eine zusätzliche Sicherung....

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sancho
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BeitragVerfasst am: 09.05.2012, 12:37    Titel:   Antworten mit Zitat

Mensch Hanno, bei der Geschichte habe ich ja selbst beim lesen, Blut und Wasser geschwitzt!
Deine Geschichte zeigt deutlich die Unzulänglichkeit, von selbst sehr erfahrenen Equidenmenschen und Menschen im allgemeinen.
1. Das mit der Tür hättet du wissen MÜSSEN!
2. Eure Analyse beruht auf der Erinnerung von Gehirnen die nur subjektiv aufnehmen können.
3. Anstatt die Geschichte abzubrechen habt Ihr, wie es auch andere bekannte Horseman bei Shows machen, die Geschichte durchgezogen. Hoffentlich nicht aus finaziellen Gründen.
4. Was hat das mit Parelli zu tun?

Nimms mir nicht übel,hätte jedem passieren können!
Gruß von Peter

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HannoPilartz
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BeitragVerfasst am: 09.05.2012, 13:45    Titel:   Antworten mit Zitat

Nein, Peter, dafür gab's kein Geld, Edgar Reitz macht "Arthouse-Filme", wie Du sie oft auf ARTE siehst, da wird von Komparsen u.ä. ehrenamtliches Engagement erwartet....

Natürlich hätte das mit der Tür nicht passieren dürfen...

Aber wo hätten wir denn sinnvoll abbrechen sollen?

Und unsere Analyse ist höchst emotional, so quasi aus dem Bauch heraus....
Ist natürlich - wie sehr vieles in der Gefühlswelt von Tieren - in keiner Weise wissenschaftlich beweisbar.
Aber die Welt wäre sehr arm, würde sie nur aus dem bestehen, was heute (!!) wissenschaftlich beweisbar ist....

Genau da hat die Geschichte m.E. sehr viel mit Parelli zu tun....
Denn ein tieferes Verständnis zur Gefühlswelt von Equiden entwickelst Du (auch) ganz ohne sieben Spiele, Levels und was nich' noch durch tägliches Erleben, und ein paar simple Grundsätze... wie den festen Glauben an die Willigkeit des Tieres.
Machen sie's nicht, ist es fast immer so, dass sie - irgendwie - nicht können.
DANN ist NUR Deine eigene Kreativität gefragt......
(Wie unsere "Film-Geschichte" zeigt, können die Tiere aber oft auch viel mehr als wir so glauben...)

Der alte Tom Dorrance hat seinen Kursteilnehmern für schwierige Situationen knallhart den Satz um die Ohren gehauen:
"Fragt NIEMALS 'Was würde Tom jetzt tun?', fragt Euch statt dessen, was Euer Tier jetzt am besten als Unterstützung braucht, um die Aufgabe zu bewältigen!!"

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sancho
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BeitragVerfasst am: 10.05.2012, 06:04    Titel:   Antworten mit Zitat

Zitat:
Denn ein tieferes Verständnis zur Gefühlswelt von Equiden entwickelst Du (auch) ganz ohne sieben Spiele, Levels und was nich' noch durch tägliches Erleben, und ein paar simple Grundsätze...
Klar geht das!
Aber genau diese simplen Grundsätze sind in dem benannten System. Es ist ein reines Grundlagenbildungsystem....was man damit macht, hängt doch von der eigenen Kreativität ab.
Ein befreundeter Mathematik Professor sagte vor langer Zeit zu mir," Mathe ist Philosophie und Kreativität, aber bevor es das für dich sein kann musst du das 1x1 lernen". Das benannte Ausbildungssystem ist m.A. nach sowas wie das 1x1, was du dann damit machst, wie Kreativ und empathisch, hängt von deiner Persönlichkeit ab. aber man kann darauf aufbauen...wenn man allerdings meint mit Level 5 oder 6 ist man fertig...nun dann kommt man nie übers 1x1 raus.Man wird nicht begreifen können, wie die Erde auf Größe einer Billardkugel geschrumpft, glatter als diese ist. Und es kann nun mal auch nicht jeder ein Albert Einstein werden, selbst wenn man 30 Jahre studiert und 3 Dr. Titel und 5 Professuren besitzt.

ich will hier gar kein System verteidigen oder so, denn Klar kannst du das 1x1 auch anders lernen,

P.s Keine Ahnung wo du hättest abbrechen können/sollen, war ja nicht dabei!

Gruß

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HannoPilartz
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BeitragVerfasst am: 10.05.2012, 07:48    Titel:   Antworten mit Zitat

Peter, es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen Mathematik und dem Equidenverhalten.

Mathe ist ein komplett von Menschen erdachtes, in sich schlüssiges System....

.... während Equidenverhalten das genaue Gegenteil ist, es ist nicht von Menschen erdacht, und es hat kein System, welches menschlichem Verständnis folgt.

Der Trainer Heinz Welz hat in einem seiner Bücher mal zutreffend festgestellt, dass Equidengruppen bei genauer Beobachtung keine Hierarchie aufweisen, die sich in Organigrammen darstellen ließen, weil da zwar so was ähnliches wie Alpha- und Beta-Tiere sind, aber insgesamt auch Zirkelbezüge bestehen, die mathematisch unzulässig sind.
Z.B. weicht Tier B dem Tier A, und Tier C weicht Tier B, aber dann machen die sowas Beklopptes und Tier A weicht Tier C....

Solche Effekte und noch ein paar andere, eben nicht logische, sondern sehr emotionale Sachverhalte sind m. E. der Grund, warum man sich mit von Menschen erdachten "Systemen" Equiden nur sehr beschränkt nähern kann.
Das gilt auch für andere Tiere, aber Hunde und Katzen sind Raubtiere wie wir, da fällt das Verstehen leichter.
Allerdings wecken die aktuell sehr gefragten Fernseh-Hundetrainer bei mir ähnliche Gefühle wie Parelli.

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